Pädagogik

Am Antonianum wird das Fach „Erziehungswissenschaft“ in der gymnasialen Oberstufe unterrichtet. In der Einführungsphase (Jahrgangsstufe EF) finden in der Regel mehrere Grundkurse statt, in der Qualifikationsphase (Jahrgangsstufe Q1 und Q2) ist das Fach neben den Grundkursen meistens durch 2 Leistungskurse vertreten.

Der Gegenstand dieses komplexen und vermutlich daher so interessanten Faches ist: der Mensch als erziehungsbedürftiges und erziehungsfähiges Wesen. Wesentliches Ziel ist die Aufklärung über Erziehungsprozesse, um Menschen zu einem selbstständigen und verantwortlichen Leben in einer demokratischen Gesellschaft zu befähigen. Um dieses Ziel zu erreichen, werden pädagogische Sachverhalte und Probleme erörtert, sowie gesellschaftliche und individuelle Bedingungen für erzieherisches Handeln aufgezeigt.

Erziehung ist der zentrale Inhalt des Faches. Eine fundierte pädagogische Reflexion kommt jedoch nicht ohne Kenntnis von Sozialisation, von Entwicklung oder Lernen oder Kommunikation aus. Auch geht es um eine Auseinandersetzung mit Formen von Therapie, Fürsorge oder Sozialarbeit, Lebensbegleitung.

Der Lehrplan Erziehungswissenschaft geht vom unauflösbaren Zusammenhang von Theorie und Praxis aus. Die konkreten Zugänge können in unterschiedlicher Weise erfolgen und richten sich auch nach der Interessenlage der Schülerinnen und Schüler des jeweiligen Kurses. Zu beachten ist dabei, dass sich nicht eine lose Abfolge von unverbundenen Themen ergibt, sondern innere Zusammenhänge und Lernzuwachs und Progressionen deutlich werden.

 

Folgende Lehrerinnen vertreten das Fach am Antonianum:

  • Frau Assion
  • Frau Jakobi Bradic
  • Frau Nolte 
  • Frau Barbara Schulte 
  • Frau Birgit Schulte
  • Frau Uesbeck
 
 
Im Folgenden werden mögliche Zugänge zu den obligatorischen Themen der verschiedenen Halbjahre dargestellt:
Halbjahre dargestellt:
Halbjahr / Kursthema
zugrundeliegende Fragestellungen
Inhalte
11.1
Erziehungssituationen und Erziehungsprozesse
 
Wer erzieht wen, warum, wo, wozu und wann?
 
Fragen, Begriffe, Methoden:
Begriffsdefinition „Erziehung“, Erziehungspraktiken, Bedeutung des gesellschaftlichen Umfeldes, eigene Lernmethoden, wissenschaftliche Methoden zur Erkenntnisgewinnung
11.2
Lernen und Entwicklung
Wie kann Lernen erklärt werden?
 
                Wie kann man Lernen lernen?
 
                Wie wird anderswo gelernt?
Behavioristische / kognitive Theorien
 
Lernmethoden, Lerntipps etc.
 
(z.B.    z.B. in der Schule für Blinde, unserer Partnerschule
 
12.1
Entwicklung und Sozialisation in der Kindheit
Wie entwickelt sich das Kind/Jugendlicher zum gesellschaftsfähigen Menschen?
 
 
 
Welche Störungen können entstehen?
 
Vermittlung relevanter entwicklungspsychologischer und sozialisationstheoretischer Ansätze, z.B.: Psychoanalyse, Rollentheorien,
 
Erscheinungsformen und Erklärungsmodelle für Kindesmisshandlung, Sucht, Jugendkriminalität, Gewalt, etc.;
12.2
Entwicklung und Sozialisation
im Jugend und Erwachsenenalter.
 
 
Was kann man dagegen tun?
 
 
Erörterung gesellschaftlicher bzw. pädagogischer Maßnahmen, wie z.B. Jugendarbeit, Jugendstrafvollzug, Beratungskonzepte und –angebote, sowie Therapie.)
 
13.1
Normen und Ziele in der Erziehung.
 
Welchen Normen und Zielen unterliegt die Erziehung in unterschiedlichen Gesellschaftssystemen?
 
Wie institutionalisiert sich Erziehung?
in Japan, im Nationalsozialismus, in segmentären Kulturen...
 
 
z.B. in unserem Bildungswesen oder in Waldorfschulen, Montessorie-Einrichtungen usw
13.2
Identität
 
Wie lassen sich die erarbeiteten Inhalte unter dem Aspekt der Identitätsbildung integrieren?
 
 
 

Methodisch möchten wir am Antonianum möglichst vielfältig arbeiten. Dies gilt auch für das Fach Erziehungswissenschaft. So werden hier einige Möglichkeiten der Erkenntnisgewinnung aufgezeigt:

  • Schülerreferat: selbstständige Auseinandersetzung mit einem Sachverhalt
  • Lehrervortrag: komprimierte Präsentation relevanter Inhalte
  • Gruppenarbeit: Förderung sozialen und eigenverantwortlichen Lernens
  • Protokoll: Wiedergabe wesentlicher Gesichtspunkte, studienvorbereitende Arbeitstechnik, Sicherung von Unterrichtsergebnissen
  • Streitgespräch: Darlegung und Vertretung eines eigenen Standpunktes unter Anwendung erworbenen Wissens
  • Projektarbeit: Erlernen und anwenden von Arbeitsmethoden über den Fachunterricht hinaus, Förderung von autonomen, selbstbestimmten Lernprozessen
  • Facharbeit: In der Jahrgangsstufe 12 werden Facharbeiten zu pädagogisch relevanten Themen angefertigt. Die Anbindung an regionale Erziehungs- und Therapieangebote ermöglicht eine Verknüpfung von praktischen Erfahrungen, theoretischen Kenntnissen und pädagogischer Wirksamkeit
  • Methoden der empirischen Sozialforschung: Wiedergabe und Anwendung in didaktisch reduzierter Form
  • Medienanalyse: wissenschaftliche Texte, Ergebnisse empirischer Forschung, Filme, Ganzschriften, Fallbeispiele

     

Lehrpläne:
 

Schulinternes Curriculum Pädagogik - Sek II