Fahrten & Schüleraustausch

Erfahrungsbericht Australien 2009 - Ein Quartal am anderen Ende der Welt - Simon Linneweber

Veröffentlichungsdatum

Erfahrungsbericht Australien 2009 -Ein Quartal am anderen Ende der Welt Simon Linneweber, Stufe 11 (Abi 2012), über seinen Aufenthalt in Australien im Sommer 2009

Fotos zum Bericht

Organisation: Mein Schüleraustausch, den ich in der Zeit vom 22.06 - 27.09.2009 machte, wurde von der Bezirksregierung Düsseldorf in Zusammenarbeit mit der entsprechenden ausländischen Schulbehörde vermittelt. Dieses Schüleraustauschprogramm beruht auf dem Prinzip der Gegenseitigkeit mit Besuch und Gegenbesuch. Die Familien müssen sich bereit erklären, einen ausländischen Gast als Mitglied der Familie aufzunehmen, zu betreuen und in das Alltagsleben zu integrieren. Aufgrund der geringeren Nachfrage von australischer Seite steht jedoch nur ein begrenzte Anzahl von Austauschplätzen zur Verfügung, daher darf sich von jeder Schule nur ein Schüler um den Austausch nach Queensland bewerben. Da von der Bezirksregierung Düsseldorf kommerzielle Interessen auf Seiten der beteiligten Schulen und Familien weitestgehend ausgeschlossen werden, entsteht lediglich eine Reisekostenpauschale (inklusive Reiseversicherung und Flug) in Höhe von 1.700 €.

Hinzu kommt ein Taschengeld von ungefähr 400 € für private Aktivitäten und Einkäufe in Australien. Neben Australien vermittelt die Bezirksregierung Düsseldorf Schüleraustausche nach Kanada in die Provinzen Ontario (englischsprachig) und Quebec (französischsprachig), nach Neuseeland (Südinsel) und in die Schweiz in die Region Genf (französischsprachig). Weitere Informationen sind auf der Internetseite der Bezirksregierung Düsseldorf zu finden: www.brd.nrw.de Erfahrungen Kängurus, das Opera House, schöne Sandstrände und der berühmte Ayers Rock (oder Uluru wie ihn die „Aussis“ nennen) - das war mein Wissen über Australien bevor ich 3 wundervolle Monate in „Down Under“ verbrachte. Die meisten Leute werden wahrscheinlich auch nicht viel mehr über dieses Land wissen, da es einfach zu weit weg ist. Mittlerweile hat sich meine Sichtweise von Australien erheblich verändert. Viele nette Menschen, wundervolle Erinnerungen und Erfahrungen prägen nun mein Bild von Australien. In erster Linie habe ich das natürlich meiner liebevollen Gastfamilie zu verdanken, der keine Mühe zu groß war, um meinen Aufenthalt zu der schönsten Zeit meines Lebens zu machen, so dass ich mich seit meinem ersten Tag bei meiner Gastfamilie wie zu Hause gefühlt habe. Mit ihr habe ich mich immer bestens verstanden und werde sie wohl auch in ferner Zukunft sehr vermissen. Auch meine australischen Freunde, die mich seit meinem ersten Tag in der Ferne herzlich in ihren Freundeskreis aufgenommen haben, sodass ich mich nie als Fremder gefühlt habe, werden mir wohl für immer in Erinnerung bleiben. Mein Aufenthalt in Australien fing am 22. Juli dieses Jahres an. Am Frankfurter Flughafen stieg ich mit 4 weiteren deutschen Austauschschülern in das Flugzeug in Richtung „Down Under“, so dass wir nach einer mehr als 25 stündigen Anreise endlich australischen Boden betreten konnten. In Brisbane, der 1,5 Millionen einwohnerstarken Hauptstadt von Queensland, wurde unsere Gruppe, die neben uns Deutschen auch noch aus Schülern von Norditalien und der Genferseeregion bestand, von einem 4-köpfigen Organisationtsteam empfangen. Zunächst beförderte uns ein Bus, der ordnungsgemäß auf der linken Seite fuhr, zu einem gemütlichen Restaurant mit Blick auf den Ozean, wo wir unsere erste australische Mahlzeit hatten. Durch dieses üppige Frühstück gestärkt fuhren wir weiter zum „Lone Pine Koala Sanctuary“. In diesem Schutzgebiet für einheimische Tiere konnten wir unsere ersten Koalas, Wombats und Kängurus bestaunen. Nachdem wir gefühlte 100 verschiedene Tierarten gesehen hatten, ging es dann weiter in die Innenstadt von Brisbane. Dort wurden wir nach dem Mittagessen und einem 1,5 stündigen Einführungsseminar von unseren Gastfamilien abgeholt und zu unserem neuen Zuhause gebracht. Was mir schon an diesem ersten Tag auffiel und mich während meines gesamten Aufenthalt aufmerksam machte, war die wunderschöne Natur in Queensland und rundum Brisbane. Mein Blick blieb immer wieder an Bäumen und anderen Pflanzen hängen, von denen ich zuvor noch nie etwas gesehen oder gehört hatte. Man konnte Vögel zwitschern hören, die man in Deutschland nirgendwo hören konnte, oder Wellensittiche sehen, die frei herum flogen. Der Himmel war wie fast immer strahlend blau und selbst in der Metropole Brisbane konnte man an jeder Ecke grüne Parklandschaften mit Bäumen, Palmen und Blumen sehen. Bereits am nächsten Tag durfte ich für meine Schule an einem Fußballspiel teilnehmen. Obwohl wir das Spiel mit 0:2 gegen die Brisbane Grammar School verloren, blieb mir dieses Spiel sehr positiv in Erinnerung. Da neben Fußball, oder Soccer wie sie es in Australien heißt, auch Rugbyspiele ausgetragen wurden, herrschte auf diesem Sportgelände eine mir bis dahin unbekannte Atmosphäre. Man konnte den Schulgeist förmlich fühlen, den die vielen Schüler verbreiteten. Da auch zu Sportereignissen Schuluniform getragen werden musste, sah man überall einheitlich gekleidete Zuschauer, die zum Teil sogar Fahnen und Banner in den Farben der jeweiligen Schule mitgebracht hatten. Am folgenden Montag fing für mich das Schulleben an der Brisbane State High School an. Nach einer 30 minütigen Busfahrt kamen wir um 8:45 auf dem Schulgelände an. Bevor die Schule um 9:15 anfing, mussten sich alle Austauschschüler, die mit mir diese Schule besuchten, im Lehrergebäude eintragen. Nachdem wir diese Pflicht erledigt hatten, gingen wir zu unserem Klassenraum, in dem wir jeden morgen von 9:15 bis 9:25 „Form Meeting“ hatten. Dort wurden allgemeine Informationen vorgelesen, die meistens aus dem Bereich Sport kamen, und die Namen der anwesenden Schüler abgehakt. Danach ging man sofort in den jeweiligen Unterricht. An meiner australischen Schule wurden neben den „normalen“ Fächern, die wir am Antonianum haben, auch Fächer wie Japanisch, Neugriechisch, Luft- und Raumfahrttechnik, Business Management, Theater und Tanz angeboten. Ein weiterer „kleiner“ Unterschied zum Antonianum war die Anzahl der Schüler. Allein meine Stufe hatte rund 400 Schüler, sodass wir bei 5 Jahrgängen (8. bis 12. Klasse) auf insgesamt 2100 Schüler kamen. Daher bestand der Schulkomplex der BSHS auch aus 13 verschiedenen Gebäuden. Unteranderem gab es eine schuleigene Sporthalle mit Fitnessraum, einer Bibliothek und ein Gebäude mit Laboren für die naturwissenschaftlichen Fächer. Jeder Schultag bestand aus 4 Unterrichtsstunden á 70 Minuten und 2 großen Pausen, in denen ich meistens unter Palmen meine „Lunch-Box“ verzehrt habe. Doch nicht nur auf die schulische Leistung wurde auf der BSHS großen Wert gelegt, sondern auch Sport und Musik wurde hier groß geschrieben. So waren fast alle Schüler in mindestens einer der 20 angebotenen Sportarten aktive. Wer Musik machen wollte, konnte am kostenlosen Unterrichtsstunden teilnehmen, die während des normalen Unterrichts stattfanden und in eine der zahlreichen Bands eintreten. Die Brisbane State High School ist zudem eine ziemlich multikulturelle Schule. Hier konnte man Schüler aus allen Kontinenten der Welt antreffen. Besonders die Asiaten waren an der BSHS sehr stark vertreten und machten einen geschätzten Schüleranteil von 50% aus. Daher hatte ich das Glück, viele verschiedene Kulturen kennen zu lernen. Was mich an meiner Schule jedoch am meisten beeindruckt hat, war das Verhältnis zwischen Schülern und Lehrern. Es war viel entspannter als an deutschen Schule. Dies bedeutet jedoch nicht, dass kein Wert auf Disziplin gelegt wurde. Wer sich nicht ordentlich verhielt oder die Schuluniform nicht korrekt trug, musste damit rechnen, dass er als Bestrafung nachsitzen musste. Wenn ich nach der Schule kein Training oder keine Probe hatte, habe ich mich meistens mit Freunden getroffen. Wir sind dann meistens schwimmen gegangen oder sind in einen der unzähligen Parks gegangen, um die Sonne zu genießen oder eine Runde Australian Football, das neben Rugby und Cricket die beliebteste Sportart ist, zu spielen. Am Wochenende bin ich oft mit meiner Familie oder mit meinen Freunden an einen der vielen Strände gegangen. Mehrere male waren wir in Surfers Paradise einer Stadt an der Goldcoast. Dort sind wir entweder in den hohen Wellen schwimmen gegangen oder habe das gemacht, wofür Australien berühmt ist – Surfen! Doch auch andere wundervolle Strände Australiens haben wir besucht. So verbrachten wir zum Beispiel ein ganzes Wochenende an der Sunshine Coast, der Küste mit den wohl schönsten Stränden der Welt. Aber auch in Byron Bay, der Stadt in der sich alle Rucksacktouristen treffen, haben wir kurz vorbeigeschaut. Ansonsten haben wir einen Tagesausflug in den tropischen Regenwald Queenslands gemacht, in dem wir eine 2m lange Schlange zu Gesicht bekamen, sind zum „Girraween Nationalpark“ gefahren, wo wir einen Berg bestiegen haben, der aus Granit bestand, und sind nach Warwick, einer kleinen Stadt am Rand des Outbacks, gefahren. Natürlich gehörten auch die australischen Partys und der ein oder andere Kinobesuch zu meinen Wochenendaktivitäten. Da ich seit dem ersten Tag versucht habe, mich so gut wie möglich an das australische Englisch anzupassen und während meiner Austauschzeit ausschließlich Englisch (auch mit den anderen deutschen Austauschschülern) gesprochen habe, habe ich wirklich Freunde fürs Leben gefunden. Meine Zeit in Australien verging wie im Flug und wird mir für immer als eine Zeit voller Abenteuer, Erfahrungen und wundervoller Erinnerungen im Gedächtnis bleiben, in der ich nicht nur mein Englisch verbessert habe, sondern auch gelernt habe selbstständiger und selbstbewusster zu werden. Ich bin sehr, sehr dankbar, dass mir die Chance gegeben wurde, Australien auf diese Art und Weise zu erleben und kennen zu lernen, sodass ich mit Recht sagen kann, dass ich eine der schönsten Zeit meines Lebens dort verbracht habe. Ich würde diesen Austausch immer wieder machen und eins steht fest. Ich werde mit ganz großer Sicherheit zurückkehren, um meine Freunde wiederzutreffen und um dieses wunderschöne Land wiederzusehen.

 

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