Schüleraustausch nach Latvija
Gerade einmal zwei Stunden Flug trennen uns von Lettland. Das klingt vielleicht nicht nach viel, aber es fühlte sich zu Beginn der Reise doch so an, immerhin erwarteten uns eine andere Sprache, andere Schulen und vor allem uns unbekannte Menschen. Spätestens auf dem Rückflug waren wir uns aber einig: Unsere Länder haben viel mehr gemeinsam als wir gedacht hatten. Aus unbekannten Menschen sind am Ende unserer Reise feste Freundschaften entstanden!
Aber erst einmal von vorn: Irgendwann im Sommer bekamen wir vom Gymnasium Antonianum ein ganz besonderes Angebot: einen, wie Herr Baimann es nannte, „Austausch mit historischer Bildungsreise“. Dieser Austausch hatte das Ziel, verschiedene Spuren lettisch-deutscher Geschichte in Druva und hier in Geseke zu finden. Finanziert wurde der Austausch durch Erasmus+. Voraussetzung war, dass man gute Englischkenntnisse nachweisen konnte und mindestens die 10. Klasse besuchte. Zudem sollten wir dazu bereit sein, uns intensiv mit der lettisch-deutschen Kultur und Geschichte beschäftigen zu wollen – und wer Lust hatte, durfte sich bewerben. Schließlich machten sich am 22. September 2025 sechzehn Schüler/innen auf den Weg nach Lettland, genauer gesagt nach Druva – in die Stadt, in der sich unsere Partnerschule befindet. Geleitet wurde unser Austausch von Herrn Baimann, Herrn Eikel und Frau Lehmann.
Schon am ersten Tag nach unserer Ankunft durften wir in den lettischen Schulalltag eintauchen. Los ging es mit einer Führung durch die Schule und ihre geschichtsträchtigen Räume. Ein ehemaliger Lehrer in historisch-lettischer Kleidung zeigte uns historische Objekte, alte Bilder und eine Museumsausstellung in der Schule. Schnell wurde klar, dass die lettische und die deutsche Geschichte eng miteinander verbunden sind, unter anderem durch eine frühe deutsche Besiedlung im 12. Jahrhundert. Anschließend folgte der gemeinsame Unterricht – und schnell merkten wir, dass es Unterschiede zu unserem Unterricht gab. Die Kinder und Jugendlichen sprechen zum Beispiel persönlicher mit ihren Lehrkräften und der Schultag dauert deutlich länger. Zum Abschluss des Tages feierten wir zusammen eine Schulparty, bei der uns lettischer Volkstanz und traditionelles Essen gezeigt und serviert wurden – ein echtes Highlight!
Am Mittwoch, dem 24. September, trafen wir unsere Austauschpartner/innen wieder in der Schule. Nach dem Unterricht ging es für uns weiter in die Stadt Saldus: Geplant war eigentlich eine Stadttour, die wir jedoch wegen des schlechten Wetters abbrechen mussten. Trotzdem schafften wir es noch, einen jüdischen Friedhof und einen Soldatenfriedhof zu besuchen – ein eindrucksvoller Moment, der vielen von uns im Gedächtnis geblieben ist. Auch hier zeigte sich die Verbindung zwischen der deutschen und lettischen Geschichte.
Am letzten Tag unserer Reise stand dann noch ein echtes Highlight auf dem Programm: Riga, die Hauptstadt Lettlands. Bei einer spannenden Führung durch die Altstadt erfuhren wir viel über die Geschichte der Stadt, bevor wir sie anschließend in kleinen Gruppen selbst erkunden durften. Besonders beeindruckt haben uns der große Dom in der Altstadt und der lebhafte Marktplatz.
Nach diesen erlebnisreichen Tagen hieß es schließlich Abschied nehmen – und zurück nach Deutschland fliegen. Insgesamt war der Lettland-Austausch ein unvergessliches Erlebnis, das uns nicht nur ein neues Land, sondern auch viele neue Freundschaften geschenkt hat.





















