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Der Vereinssport in Geseke im historischen Kontext – Meine Teilnahme am Geschichtswettbewerb des Bundespräsidenten

21.11.   GeschichtswettbewerbDer von der Körber-Stiftung ausgeschriebene Geschichtswettbewerb des Bundespräsidenten stand dieses Jahr unter dem Motto „Bewegte Zeiten. Sport macht Gesellschaft“. Ich muss zugeben, das Thema schreckte mich anfangs etwas ab, war ich doch nie wirklich sportlich gewesen. Nach kurzer Überlegung hielt ich dennoch an meiner Teilnahme fest. Schlussendlich überwog schlichtweg meine Neugier über meinen Bedenken.

Nur Tage später war mein Projekt „Die Sportgeschichte Gesekes – Wie hat sich die Vereinsgesellschaft in Geseke im Laufe der Jahrzehnte verändert?“ geboren. Ich begann, indem ich den Begriff „Sport“ definierte und die ersten Parameter für meine Recherche festlegte. Doch ein Problem gab es: Schnell stellte ich fest, dass mein Projekt nicht nur von Internetquellen leben konnte.

Gerade bei regionalen Aspekten mit fehlender öffentlicher digitaler Dokumentation fand ich mich so sehr schnell mit gigantischen Lücken in der Chronologie meiner Arbeit konfrontiert. Letztendlich war es die simple Frage nach dem Baujahr des Sportplatzes am Rabenfittich, die das Fass zum Überlaufen brachte. In der Hoffnung auf Antworten wandte ich mich an Evelyn Richter aus dem Geseker Stadtarchiv. Diese Entscheidung stellte einen der größten Durchbrüche dieses Projektes dar. So beantwortete Frau Richter mir nicht nur meine Frage nach dem Baujahr des Rabenfittiches, sondern schickte mir zudem mehrere Zeitungsartikel aus den letzten Jahrzehnten, einer faszinierender als der andere. Mein Projekt gewann an Fokus und Verständnis der Materie. Die Zusammenhänge erschlossen sich mir langsam, aber sicher und mit Hilfe von Frau Richter spiegelt sich dies auch in meiner Arbeit wider.

Nach einem weiteren Besuch im Archiv, beschäftigte ich mich nun für einige Monate mit der simplen Erarbeitung und Ausformulierung meines Textes. Ich suchte mir angemessene Fotos heraus und erarbeitete in mühsamer Kleinarbeit ein Literaturverzeichnis, inklusive passender Fußnoten. 

Doch das wirklich Faszinierende war es, zu beobachten, wie sich meine Wahrnehmung bezüglich des Sportes veränderte. Ein Beispiel hier wäre die TV- bzw. Hamling-Halle. Schon so oft habe ich sie im Rahmen des Schulunterrichtes besucht, doch nie war ich mir ihrer Historie bewusst gewesen. Ich wusste nichts über die Geschichte ihres Namensgebers Bernhard Hamling und welche Schritte er in Kauf genommen hatte, um seinen Traum einer eigenen Halle für seinen Verein in die Realität umzusetzen.

Letztendlich entwickelte dieses Projekt durch Aspekte wie diesen für mich in gewisser Weise ein Eigenleben. Ein Aspekt knüpfte an einen anderen an, ich lernte Namen über Namen kennen und schon bald fühlte es sich nicht mehr wie ein akademisches Projekt an. Diese Personen und ihre Geschichten, diese Vereine und ihre Entwicklungen: Nicht länger waren sie nur die Gegenstände meiner Forschung, ich verstand sie schon bald als Menschen mit Zielen, die durch diese ihren Weg in meine Arbeit und in die Geseker Sportgeschichte gefunden hatten. Es ging nicht mehr nur darum, einen möglichst vollständigen akademischen Text über die Sportgeschichte meiner Heimatstadt einzureichen, es ging darum die Geschichte dieser Personen mit dem Leser meines Textes zu teilen. Dies war meine Rolle.

Man kann sich meinen Stolz vorstellen, als der Zeitpunkt gekommen war, um meine Arbeit einzureichen. Nach sieben Monaten voller Recherche und vielen Tagen, die ich tippend vor meinem Laptop verbracht habe, war es nun endlich so weit. Stolz nahm ich den Moment, in dem ich auf den roten „Abgeben“-Button drücken konnte, mit meinem Handy auf.

Nur drei Monate später dann das erfreuliche Ergebnis: meine Arbeit hat einen Förderpreis des Landes NRW erhalten. Ich war außer mir vor Freude. Nie im Leben hätte ich mir so ein Ergebnis erhofft. 

Was ist nun also mein Fazit? Dass man etwa am Geschichtswettbewerb teilnehmen sollte, weil hier Gewinne locken? Nein, darum geht es letztendlich nicht. Es geht um das Verstehen des Vergangenen, um das Aufarbeiten der Geschichten anderer und darum, wie sich die Wahrnehmung dadurch verändert. Es geht um das Entwickeln eines Verständnisses für Geschichte und darum, dieses Fach jungen Menschen näherzubringen.

Meine Arbeit handelt von spionierenden Sportlehrern über Verbote von Sportvereinen bis hin zu Berühmtheiten zu Besuch in Geseke. Sie soll die Geseker Sportgeschichte von all ihren Seiten widerspiegeln, den Hellen, sowie den Dunklen. Sportgeschichte ist für mich nicht länger nur die Historie physischer Betätigung: Sie ist die Geschichte einer Leidenschaft.

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