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„Immer wieder Siege über uns selbst!“ – „Es gibt Wichtigeres als im Kreis zu fahren!“

Starke Stufe des Antonianum im Abitur 2019
41 Mal eine Eins vor dem Komma – Julius Böhmer aus Geseke und Hannah Schmitz aus Salzkotten verlassen das Gymnasium mit der Traumnote 1,0

Das letzte Rennen ist gefahren. Und es war eine anspruchsvolle Strecke, die teils uneben war, teils verwinkelt, manchmal geradlinig. Ganz in Anlehnung an das diesjährige Motto „MABIokart“ mussten in 12 Jahren rote und grüne „Panzer“ aus dem Weg geräumt werden. Einige Schülerinnen und Schüler wurden von „Sternen“ getragen, andere von „Blitzen“ getroffen. 

145 Abiturientinnen und Abiturienten erreichten das lang ersehnte Ziel dieses Langstreckenrennens. Manche Marios oder Luigis rasten sprichwörtlich durch den Parcours. 41 Absolventinnen und Absolventen aus Salzkotten und Geseke bauten sogar ihr Siegertreppchen mit einer 1 vor dem Komma. Julius Böhmer und Hannah Schmitz begleitet die Traumnote 1,0 in den nächsten Lebensabschnitt.  Aufgrund dieses überaus beachtlichen Ergebnisses von einem Gesamtdurchschnitt von 2,4 freut sich Schulleiter Ulrich Ledwinka mit der Abiturientia 2019 und hebt noch ein Alleinstellungsmerkmal hervor: „Am Antonianum ist es 10 Schülerinnen und Schülern gelungen, ein MINT EC Zertifikat zu erhalten. Das zeugt von herausragendem Engagement in unserem naturwissenschaftlich-technischen Zweig.“ Am Samstag ab 10 Uhr beglückwünschte die Schüler-Eltern- und Lehrerschaft im Rahmen einer traditionellen Zeugnisfeier in der Aula die erfolgreichen Abiturientinnen und Abiturienten. Diese werden nun verschiedene Berufswege beschreiten. Einige werden einen Ausbildungsberuf ansteuern, möglicherweise „dual“ studieren, viele werden dies an heimischen Studienorten oder aber auch in der Fremde tun. Der Facettenreichtum ist sehr hoch, die Interessen und Begabungen sind vielseitig und für die Zukunft gewinnbringend. Vielleicht bleibt sogar die eine oder der andere dem Abimotto treu und arbeitet zukünftig als Formel1- Rennfahrer, als Konstrukteur im Automotivesektor oder in der Videospielbranche.

„Ich wünsche uns allen […] als denjenigen, die die Zukunft gestalten, immer wieder Siege“, äußerte Ulrich Ledwinka in seiner Ansprache und fügte hinzu, dass dazu in Anlehnung an einen neuen Besteller von Ferdinand von Schirach auch stetig der erste Artikel des Grundgesetztes den Weg weisen solle: „Dieser Artikel besitzt eine ‚Ewigkeitsgarantie‘.“ Ledwinka appellierte mithilfe seiner Zitation: „Wir müssen verstehen, wie wir wurden, wer wir sind und was wir wieder verlieren können.“

Bürgermeister Remco van der Velden blickte auf seine nun 25 Jahre zurückliegende Abizeit z und betonte, dass er in diesem neuen Lebensabschnitt „erschreckend viel behalten“ habe, das man auch noch mehr oder weniger benötige. Diese neue Herausforderung biete Chancen und Risiken, aber nur daraus werde man reich an Erfahrung, ergänzte der erste Bürger der Stadt. Van der Velden versprach unter Applaus der Anwesenden, vor allem vor dem Hintergrund des stickigen Klimas, eine Sanierung der technischen Ausstattung der Aula.

„Mut benötigt ihr, genau wie die Rennfahrer eures Abimottos“, erklärte der Elternpflegschaftsvorsitzende Markus Smolin, wie immer in interpretatorisch-humorvoller Weise. Er wünschte von Elternseite „Alles Gute zum bestandenen Zeugnis der Reife.“ Alina Langenberg sprach für die Schülerschaft und zitierte in einem eindrucksvollen Grußwort die Lyrikerin Julia Engelmann, indem sie deutlich machte, dass Erwachsenwerden ja nicht hieße, „dass ich aufhören muss ein Kind zu sein.“ Sie appellierte an die Abiturientia, dass es „eure Zeit und euer Leben“ sei, „was ihr selbst gestalten dürft.“ Schließlich gehöre dieser Umgang mit Freiheit auch zum Erwachsenwerden.

Die „Kafeteriear“ fiel als sprachlicher Fauxpas wohl nicht so sehr in die Wertung des Abicups, berichtet Stufenleiterin Monika Schäfers in ihrer lebendig- schwungvollen Laudatio. Sie bereitete die drei Jahre der Rennleitung Schirp/Schäfers nochmals humorvoll chronologisch auf, und schreckte auch nicht vor dem einen oder anderen öffentlichwirksamen Insider auf Studienfahrten zurück. Frau Schäfers richtete auch den Blick nach vorn und nahm Bezug auf den Abiturgottesdienst, der unter dem Motto „vor uns liegt eine neue Zeit“ stand. Sie erläuterte, dass es nicht immer darum gehe, „zu rennen“, besser zu sein als die anderen. „Es geht darum, euren Weg zu gehen, in eurer Geschwindigkeit.“ Monika Schäfers verwies hierbei auf ein Zitat der im Frühjahr verstorbenen Rennsportlegende Nikki Lauda, der trotz seines unbändigen Ehrgeizes den Blick für das Wesentliche nicht außer Acht ließ und 1979 seinen Rücktritt erklärte, mit den Worten: „Es gibt Wichtigeres als im Kreis zu fahren!“

Zum Abschluss bedankten sich die Stufensprecher der Q2 Julia Engels und Max Ludwigt noch bei Eltern, Lehrerinnen und Lehrern und ihrer Mitschülerinnen und Mitschülern, indem sie ebenfalls noch einmal amüsant aspektorientiert auf die vergangenen Jahre zurückblickten und mit dem Vollgasmotto schlossen: „Wer bremst, verliert!“.

Untermalt wurde die feierliche Zeremonie 2019 von herausragenden Musikerinnen der EF. Luna Yu am Klavier und Anna-Celine Rautenberg begleiteten mit melancholisch-emotionalen Stücken wie „River flows in you“ und „Million Dreams“ oder dem gesanglichen Highlight „ Shallow“ eindrucksvoll die Feierstunde. 

Das Antonianum erlebte eine stimmungsvolle und rasante Abiturfeier mit Musik, Wortbeiträgen und ein wenig „Rennsportatmosphäre“. 

 

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