Meldungen (Archiv)

„So let's set the world on fire“ – Macht den Mund auf, denn das ist euer Recht!

Erstellt: Sonntag, 08. Juli 2018 Geschrieben von D. Brink

Mehr als nur Circus ABIgalli! – Beachtliches Ergebnis des Jahrgangs 2018 
Antonianum beglückwünschte 123 Abiturientinnen und Abiturienten 
29 Mal eine Eins vor dem Komma – Hannah Greuel verlässt das Gymnasium mit der Traumnote 1,0

Nach 12 Jahren abgesetzt – doch sie haben mehr als nur „Halligalli“ gemacht. „Circus ABIgalli“, so lautete das diesjährige Motto des Abiturjahrgangs am Gymnasium Antonianum. 

Aufgrund der erfreulichen Ergebnisse ist es jedoch fraglich, ob dieses Motto nicht vielleicht doch eher an die teils wahnwitzigen Auftritte von Joko und Klaas erinnert, die doch immer ein gutes Ende nahmen. Schließlich freuten sich 11 Abiturientinnen und Abiturienten über den Schriftzug „sehr gut“ auf ihrem Reifezeugnis. Schulleiter Ulrich Ledwinka beglückwünschte am Samstag in einer emotionalen Feierstunde in der Aula des Antonianum insgesamt 123 erfolgreiche Absolventinnen und Absolventen, die die verschiedenen Berufswege beschreiten werden. Einige werden einen Ausbildungsberuf ansteuern, möglicherweise „dual“ studieren, viele werden dies an heimischen Studienorten oder aber auch in der Fremde tun. Der Facettenreichtum ist sehr hoch, die Interessen und Begabungen sind vielseitig und für die Zukunft gewinnbringend. 

Ulrich Ledwinka prüfte in seiner inhaltsvollen Ansprache das Abitur des Antonianum unter besonderer Berücksichtigung der vier Funktionen des Bildungssystems nach Florian Keller. Während Joko und Klaas vor allem „Aushalten“ konnten, appellierte der Schulleiter an die Abiturientia eben nicht immer alles auszuhalten: „Macht den Mund auf, denn das ist euer Recht!“, so Ledwinka. Entkulturation, Integration und Selektion hätten schon sehr gut funktioniert. Ob die Qualifikation auch hielte, was sie verspreche, werde die Zeit, und vor allem der Lebensweg zeigen, führte der Schulleiter weiter aus, der in sein 10jähriges Dienstjahr am Antonianum geht.

„Etwas griffiger“, formulierte der Bürgermeister der Stadt Geseke, Remco van der Velden, laut eigener Aussage seine Grüße an den Abiturjahrgang. All die fachspezifischen Kompetenzen seien sinnvoll und nachhaltig, jedoch komme es doch vornehmlich auf die „Sekundärtugenden“ an, so das Stadtoberhaupt in gewohnt frei-eloquenter Art. Freiheit sei auch der Wert, auf den es ankomme. „Fehler zu machen ist nicht das Problem, das sollt ihr sogar. Nur lernt auch Fehler anderer zu tolerieren und zu verzeihen“, hob van der Velden vor allem die emotionale Intelligenz in den Vordergrund.  

Markus Smolin, als Elternvertreter überbrachte auch für den Verein der Freunde, Förderer und Ehemaligen die Glückwünsche, wie immer verpackt in die akribische Sinnsuche, die hinter dem diesjährigen Motto steckt.

Eingeleitet mit einer Filmsequenz richteten des Weiteren Sabine Zickfeld-Gräbe und Ronald Kruse ihre viel beachteten Worte an ihre Abiturientia. An der Metaphorik des „Circus ABIgalli“ warf die Stufenleitung einen Blick zurück und begleitete das Publikum tiefgreifend, aber auch humorvoll durch die vergangene Zeit der gymnasialen Oberstufe. Sabine Zickfeld-Gräbe und Ronald Kruse nahmen noch einmal literarischen Bezug zu Franz Kafka, welcher in seiner Parabel „Auf der Galerie“ zwei Extreme vereine. „Eine ungeschönte, rationale Analyse, die die negativen Seiten betont, und eine Perspektive, die schönfärbt und die poetische Illusion imaginiert“, so das Stufenleiterpaar. Den Mittelweg zu finden, in beiden Tendenzen zu Recht zu kommen, das sei der Wunsch. Einerseits „die vernunftorientierte an der Realität ausgerichtete Betrachtung“, aber andererseits „auch die Phantasie, wie es sein könnte“, interpretierte Sabine Zickfeld-Gräbe trennscharf und fügte hinzu: „Wie immer, wenn Gegensätze aufeinanderstoßen, hilft Humor.“

Xenia Lappe, die während der Veranstaltung, neben dem Abichor, vor allem auch in herausragenden Gesangssoli glänzte, beschloss zusammen mit ihrem Stufensprecherpondeau Phaidon Christodoulou den Reigen der Wortbeiträge auf ungewöhnlich tiefgreifende Art. Die Stufensprecher nahmen natürlich ihr Abimotto auf, verknüpften es jedoch mit aussagekräftigem politischen Tiefgang. So kamen sowohl die G9 Problematik als auch das Bildungssystem allgemein auf den Prüfstand. Auch wurde an den Schulträger appelliert, doch für die Zukunft intensiver vorzubauen und sich nachhaltiger mit der Bildungspolitik zu befassen. Ein besonderes Augenmerk legten Xenia Lappe und Phaidon Christodoulou auf die hohe Bedeutung der Urteilsfähigkeit in einer turbulenten Zukunft. „Denn wir leben zwar alle unter dem gleichen Himmel, aber nicht mit dem gleichen Horizont“, so führten die Abiturienten die auf sie zukommende Herausforderung weiter aus, bevor sie abschließend appellierten, dass ein Jeder auf seine Stärken vertrauen und den eigenen Weg gehen solle, denn „nur wer seinen eigenen Weg geht, kann nicht überholt werden“.

Untermalt und auch umrahmt wurde die diesjährige Abschlussfeier von weltbekannten musikalischen Beiträgen, interpretiert vom Abichor und dem Duo Xenia Lappe (Gesang) und Tim Keßler (Gitarre), welches auch mit einer animierenden Mitmachvariante von „Wonderall“ den Abschluss der diesjährigen Abiturfeierlichkeiten bildete.

Die Absolventinnen und Absolventen des Jahrgangs 2018 haben im Hinblick auf die Kompetenzerwartungen des Zentralabiturs auch in diesem Durchgang ein beachtliches Resultat erzielt. 29 Schülerinnen und Schüler begleitet eine enorme Referenz auf ihrem Weg zum ersten Vorstellungsgespräch. Sie bauten ihr Abitur 2018 mit der Eins vor dem Komma. Hannah Greuel aus Geseke begleitet die Traumnote 1,0 in den nächsten Lebensabschnitt. Phaidon Christodoulou schaffte eine 1,2. „Wir können auf einen Abiturjahrgang zurückblicken, der, um im Motto zu bleiben, mit der Schlussglocke das Ziel erfolgreich erreichte. Das Jahr war eng getaktet. Unsere Schülerinnen und Schüler konnten ein beachtliches Ergebnis erzielen“, freut sich Schulleiter Ulrich Ledwinka und ergänzt: „Auch den Kolleginnen und Kollegen und allen weiteren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern unseres Gymnasiums gebührt ein großes Lob für ihre erfolgreiche pädagogisch-didaktische Arbeit. Besonderen Dank möchte ich unserer langjährigen Stufenleiterin Sabine Zickfeld-Gräbe aussprechen. Frau Zickfeld-Gräbe förderte über Jahrzehnte unsere Schülerinnen und Schüler in besonderem Maße.“